Radiometrische Messung
Die Neutronensonde ist als anerkanntes Messverfahren im Bauwesen inzwischen zum unentbehrlichen Hilfsmittel bei der Beurteilung von Feuchteschäden geworden.
Wirkungsweise
Eine Neutronensonde arbeitet nach dem Prinzip der Neutronenabbremsung. Die von der Strahlungsquelle ausgesandten Neutronen werden durch Wasserstoffatome abgebremst. Die langsameren Neutronen werden durch Detektoren im Gerät aufgenommen und elektronisch ausgewertet. Der so ermittelte Wert gibt dann Aufschluss über den Feuchtigkeitsgehalt der untersuchten Bauteile.
Anwendungsgebiete
Dämmschichten von Flachdächern und Estrichen können ohne Beschädigung auf Ausdehnung und Grad der Durchfeuchtung untersucht werden. Anhand der quantitativen Messung der Feuchte ist fast immer die Erkennung von Undichtigkeiten und Löchern in der Dachhaut gegeben. Zu sanierende Bereiche können mit der Sonde genau eingegrenzt werden. Weitere wichtige Anwendungsgebiete sind die Leckortung von Fußbodenheizung und von Rohrleitungen sowie die Untersuchung von Keller- und Wandbereichen.
Im Bereich der Flachdachanalyse ermöglicht dieses Prüfverfahren flächendeckende Aussagen über die Dichtigkeit von Abdichtungen. Daraus resultierend ergeben sich wichtige Aspekte hinsichtlich der Sanierung durchfeuchteter Dämmung. Besonders unter Beachtung der ökologischen Komponente - ob der Abriss und die Entsorgung des Dämmmaterials vermieden werden kann - hat die Trocknung Der Dämmschicht von Flachdächern einen enormen wirtschaftlichen Vorteil.
Obwohl dieses Verfahren hinsichtlich seiner Zuverlässigkeit und breiten Anwendbarkeit eine gute Alternative zu anderen Messverfahren darstellt, wird die Neutronensonde aufgrund der erforderlichen Ausbildung des Anwenders sowie der Sondergenehmigungen für Umgang und Transport oft gemieden, da für die Messung strahlungsintensives Material verwendet wird.
Die rechts abgebildete Grafik zeigt eine Auswertung einer Messung, bei der die Neutronensonde zum Einsatz kam. Daraus wird sehr schön deutlich, welche Bereiche einer erhöhten Durchfeuchtung unterliegen. Außerdem lassen sich so auch Vermutungen über die Lage möglicher Leckagen treffen. Die Fläche des Fussbodens im Keller ist in mehrere Messfelder aufgeteilt, markiert und einzeln gemessen worden. Bei der Auswertung der Messwerte wurden dann die Messfelder entsprechend ihrem Wert farbig markiert, so dass die Schwerpunkte der Durchfeuchtung deutlich hervortraten.


